Ein Allergie-Tagebuch führen – Warum?

Betroffene und Erkrankte können oftmals den Sinn und Zweck eines Allergie-Tagebuches nicht nachvollziehen, deshalb stellten wir Fachleuten folgende Frage:

WIE WICHTIG ODER SINNVOLL IST EIN ALLERGIE-TAGEBUCH
FÜR DEN PATIENTEN UND/ODER DEM ARZT?

und erhielten folgende Antworten!
http://www.vivantes.de/fuer-sie-vor-ort/details/einrichtung/vivantes-klinikum-spandau/seite/einstieg-15/action/custompage/
Grundsätzlich sind Allergie-Tagebücher ein sinnvolles Instrumentarium um Art und Dauer von Symptomen richtig zu bewerten, da Testergebnisse ohne Bezug zu einem (nach Möglichkeit dokumentierten) Beschwerdebild nur bedingt aussagefähig sind.
Viele Testungen sind leider unnötig oder werden falsch interpretiert. Aus diesem Grund sollten Allergie-Protokolle häufiger zum Einsatz kommen als das bisher der Fall ist. Die Gestaltung derartiger Tagebücher sollte allerdings in Zusammenarbeit mit Allergologen erfolgen.

Dr. med. Dietmar Herold – Allergologe
Oberarzt der Abt. für Dermatologie
Krankenhaus Spandau

http://www.allergie-centrum-charite.de/

Die Führung eines Allergietagebuches ist für die Diagnostik einer Allergie sehr wichtig. Anhand der Aufzeichnungen kann der Arzt Zusammenhänge mit der Jahres-und Tageszeit und der Stärke der Beschwerden erkennen und somit auf verschiedenen Ursachen schließen. Auch zur Verlaufsbeobachtung ist die Führung eines Symptomkalenders wichtig. Um z.B. Nahrungsmittelallergien auf die Spur zu kommen, ist ein Nahrungsmittelprotokoll sehr hilfreich, sowohl für den Arzt als auch für den Patienten.

Allergie-Beratung Charité

Meinungen aus dem Netz

http://www.aachener-zeitung.de/ratgeber/gesundheit/bei-verdacht-auf-allergie-beim-kind-sollten-eltern-tagebuch-fuehren-1.1311384

Besteht beim Kind der Verdacht auf eine Allergie, können die Beobachtungen der Eltern bei der Diagnose eine große Hilfe sein. Hilfreich ist ein Allergie-Tagebuch: Darin notieren Eltern am besten alle möglicherweise allergieauslösenden Stoffe, mit denen die Kinder Kontakt hatten oder die sie gegessen haben. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hin. Denn neben Pollen gibt es viele weitere mögliche Auslöser. Dazu zählen Tierhaare, Hausstaubmilben, bestimmte Lebensmittel oder auch Schimmel.

Aachener Zeitung

http://www.lungenaerzte-im-netz.de/startseite/

Bei Verdacht auf eine Allergie sollte man Tagebuch führen und die Art, Häufigkeit, Intensität und Dauer der jeweiligen Beschwerden dokumentieren. So können dem behandelnden Arzt wichtige Hinweise über den Krankheitsverlauf vorgelegt werden. Um einer möglicherweise vorliegenden Allergie auf die Spur zu kommen, kann ein Tagebuch helfen, das für die Dauer von mindestens einem Monat geführt werden sollte. Dann kann es beim Arztbesuch dazu dienen, die Krankengeschichte des Patienten besser zu erfassen, heißt es in der Zeitschrift Öko-Test Kompakt Heuschnupfen und Allergien (Ausgabe 2010). Notiert werden sollten die Art, Häufigkeit, Intensität und Dauer der jeweiligen Beschwerden. Auch Ort, Zeit und Wetter vor und während einer allergischen Attacke sollten festgehalten werden. Ebenso wichtig ist ein Hinweis auf die psychische Situation – zum Beispiel Stress oder Ärger. Außerdem ist es sinnvoll aufzuschreiben, was kurz zuvor gegessen, getrunken oder an Medikamenten eingenommen wurde. Schließlich sollte nicht fehlen, welchen Aktivitäten der Betroffene kurz vor Auftreten der allergischen Beschwerden nachgegangen ist. Dazu können Interaktionen mit bestimmten Gegenständen oder Tieren gehören oder Tätigkeiten wie z.B. Putzen oder Staubsagen.

Lungenärzte im Netz

http://www.aok.de/

Mit einem solchen Tagebuch haben Sie Ihre Peakflow-Werte immer im Blick. Das kann Ihnen helfen, Ihre Krankheit richtig einzuschätzen und zu verstehen, welche Einflüsse Ihr Asthma verschlechtern. Ein Tagebuch hilft auch Ihrem behandelnden Arzt, Ihr aktuelles Befinden zu beurteilen und Ihre Therapie zu planen.Messen Sie regelmäßig Ihren Peakflow-Wert und tragen Sie ihn in das Tagebuch ein. Halten Sie außerdem die Symptome und Beschwerden sowie alle Medikamente fest, die Sie einnehmen. Orientierung gibt Ihnen Ihr Peak-Flow-Bestwert. Das ist der höchste Wert, den Sie in einer beschwerdefreien Zeit von zwei Wochen messen.

AOK – Die Gesundheitskasse

http://easyhaler.de/

Wie das Peak-Flow-Meter sollte auch Ihr Asthma-Tagebuch zu Ihrem täglichen Begleiter werden. Hierin sammeln Sie wichtige Erfahrungen und vor allem Vergleichswerte zu Ihrer Erkrankung. So bekommen Sie ein sicheres Gefühl dafür, in welcher Verfassung sich Ihre Atemwege zurzeit befinden.Am besten tragen Sie nicht nur die täglich gemessenen Peak-Flow-Werte ein, sondern zusätzlich alle Besonderheiten wie Beschwerden, nächtliche Atemnot, Infekte, Fieber, Änderungen der Medikamente oder die Einnahme von zusätzlichen (Notfall-)Medikamenten.

So verschafft das Tagebuch auch Ihrem Arzt bei jedem Besuch einen schnellen Überblick und gibt z.B. Hinweise auf eine drohende Verschlechterung Ihres Zustandes.

easyhaler.de

http://www.lifeline.de/

In einem Allergietagebuch sollten über einen längeren Zeitraum möglichst genau die Beschwerden und die Begleitumstände festgehalten werden – nur dann ist es eine Hilfe für die Diagnose. Also: Wann sind die Allergie-Symptome das erste Mal aufgetreten?Treten sie unter bestimmten Umständen (eher drinnen, eher draußen, Einfluss von Nahrungsmitteln oder Medikamenten) und/oder zu bestimmten (Jahres-)Zeiten auf? Wie äußern sich die Symptome? Wann verschlechtern beziehungsweise verbessern sie sich? Gibt es völlig beschwerdefreie Zeiten? Was wurde bislang gegen die Beschwerden unternommen – mit welchem Erfolg?

lifeline.de