Der Frühling ist da und lockt Spaziergänger, Gärtner und Jogger ins Freie. Doch auch unliebsame Wald- und Gartenbewohner werden jetzt zunehmend aktiv: Zecken. In einigen Gebieten Deutschlands (1) und Europas tragen die Spinnentierchen ein Virus in sich, das die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen kann. Wer in einem betroffenen Gebiet wohnt oder einen längeren Aufenthalt plant, sollte sich jetzt durch eine Impfung vor der gefährlichen Hirnhauterkrankung schützen.

Die FSME ist viel seltener als beispielsweise die Lyme-Borreliose, die mit Antibiotika meist gut behandelt werden kann, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Zudem führt längst nicht jeder Stich durch eine mit dem FSME-Virus infizierte Zecke auch zur Erkrankung. Nur jeder dritte Infizierte bemerkt Krankheitssymptome, bei etwa der Hälfte verläuft die Erkrankung leicht. Warum empfiehlt das Robert Koch-Institut (2) dennoch die Impfung?

Teilweise sehr schwere Verläufe und Folgeschäden
„Erstens gibt es gegen FSME keine Medikamente“, erklärt Erhard Hackler, Vorstand des Bundesverbands für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz. „Zweitens verläuft die Erkrankung bei einem Teil der Betroffenen sehr schwer und kann ernste Komplikationen nach sich ziehen.“ So greift das Virus bei 20 bis 40 Prozent der Erkrankten auf das zentrale Nervensystem über und führt zu Entzündungen der Hirnhaut, des Gehirns oder des Rückenmarks. Typische Beschwerden sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Vor allem wenn Gehirn und Rückenmark betroffen sind, kann es zu langanhaltenden oder sogar dauerhaften Folgeschäden kommen, wie beispielsweise Atemproblemen, Schmerzen, Wahrnehmungsstörungen, Lähmungen und dem Ausfall von Reflexen.

Jetzt Impfen – geschützt in die Hauptsaison
Die FSME-Impfung besteht aus drei Teilimpfungen. Für einen belastbaren Impfschutz im Sommer sollte die erste Impfung jetzt erfolgen, die zweite je nach Impfstoff im Abstand von 1 bis 3 Monaten. Mit der dritten Spritze nach weiteren 5 bis 12 bzw. 9 bis 12 Monaten erlangt der Körper eine Grundimmunisierung, die etwa drei Jahre anhält. Die Impfung ist für Erwachsene und Kinder ab dem ersten vollendeten Lebensjahr zugelassen.

Die Broschüre „Zeckenstiche – Impfung schützt vor Frühsommer-Meningoenzephalitis“ (3) erklärt ausführlich und leicht verständlich, wo sich Zecken gern aufhalten, wie man sich vor ihnen schützen kann und in welchen Stadien die FSME-Erkrankung verläuft.

Des Weiteren gibt sie Auskunft über die Impfung, mögliche Nebenwirkungen und das Impfschema.
Sie kann kostenfrei im Internet oder auf dem Postweg bestellt werden.
Bestelladresse: BGV e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn

Auf der Internetseite: www.bgv-zeckenschutz.de gibt es außerdem eine interaktive Karte, die das FSME-Risiko der Städte und Landkreise in Deutschland aufzeigt.
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(1) Als Risikogebiete gelten vor allem Bayern, Baden-Württemberg sowie einzelne Landkreise von Rheinland-Pfalz, Hessen, Sachsen und Thüringen. Vereinzelte Fälle der meldepflichtigen Erkrankung sind aber auch aus anderen Regionen Deutschlands bekannt.

(2) http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html

(3) Die Broschüre wurde mit Unterstützung der Pfizer Deutschland GmbH realisiert.
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Zeckensaison hat begonnen – In FSME-Risikogebieten jetzt für Impfschutz sorgen
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