Overlaps erkennen – gezielt behandeln
Wenn mehrere Atemwegserkrankungen gleichzeitig bestehen, ist es schwieriger eine eindeutige Diagnose zu stellen und einzelne Erkrankungen bleiben oft unentdeckt. Die Folge: Die verordnete Therapie wirkt nicht umfassend. Erst wenn alle Erkrankungen erkannt werden, greift die Behandlung vollständig.
Hinzukommt, dass die sich die verschiedenen Erkrankungen gegenseitig verstärken können. So kann ein bestehendes Asthma den Verlauf einer COPD sowie der obstruktiver Schlafapnoe (OSA) verschlechtern. Umgekehrt können Bronchiektasen durch vermehrte Entzündungsprozesse die Asthma-Beschwerden verstärken und zu häufigeren sowie schwereren Asthmaanfällen führen.
Warnzeichen für ein Overlap-Syndrom bei Asthma
Bestimmte Anzeichen können darauf hindeuten, dass neben Asthma noch weitere Atemwegserkrankungen bestehen:Anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden:Husten, Schleimbildung oder Atemnot treten nicht nur anfallsartig, sondern fast dauerhaft auf.Frühe Atemnot bei geringer Belastung:Schon leichte Aktivitäten wie Treppensteigen oder Spazierengehen fallen schwerer als früher.Zunehmend schwere Krankheitsphasen:Verschlechterungen treten häufiger auf oder verlaufen deutlich stärker als bei einem typischen Asthma.Schlafbezogene Probleme:Schnarchen, nächtliche Atempausen oder ausgeprägte Tagesmüdigkeit können Hinweise auf eine Schlafapnoe sein.Komplexe Vorgeschichte oder bekannte Risikofaktoren:Rauchen, Schadstoffbelastung oder häufige Infekte erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Atemwegserkrankungen parallel vorliegen. Wer solche Warnzeichen bemerkt – insbesondere im Zusammenhang mit Asthma –, sollte dies mit den behandelnden Ärzt:innen besprechen. Eine umfassende Abklärung kann entscheidend sein, um die Beschwerden besser zu kontrollieren und die Therapie wirksam anzupassen.
Quelle
Amado, C. et al.: Airway overlap syndromes with asthma. In: Annals of Allergy, Asthma & Immunology 2025
Quelle: allergieinformationsdienst.de | Helmholtz Munich
Titelbild/Grafik: Helmholtz Zentrum München | Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
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