Asthma betrifft weltweit etwa 355 Millionen Menschen. Übliche Therapien greifen oft auf inhalative Kortikosteroide zurück, die die Beschwerden lindern, aber auch Nebenwirkungen haben können. Forschende sind daher auf der Suche nach besser verträglichen Behandlungsmöglichkeiten und konnten nun zum ersten Mal zeigen, dass aufbereiteter Bauernhofstaub Asthma nicht nur vorbeugt, sondern auch typische Krankheitsmerkmale rückgängig machen kann.
Entzündungen wirksam reduziert
Menschen, die regelmäßig mit Bauernhofstaub Kontakt haben, kommen, haben ein geringeres Risiko für Asthma und Allergien. Diese Erkenntnis prüften Forschende nun, wie sich dieser Zusammenhang auch therapeutisch nutzen lässt. Sie untersuchten bei Mäusen mit allergischer Atemwegsentzündung, ob die Behandlung mit Bauernhofstaub Einfluss auf die Symptome von allergischem Asthma hat, und analysierten die Wirkung auf zentrale Immunprozesse.
Bauernhofstaub wirkt ähnlich wie Kortison
Das Ergebnis: Im Mausmodell verringerte der Extrakt aus Bauernhofstaub die Entzündungen deutlich und reduzierte die Überempfindlichkeit der Atemwege, vergleichbar mit Kortisonbehandlungen. Der Extrakt wirkte sich auch positiv auf das Immunsystem aus.Auch Blutproben von Asthma-Patienten zeigten ähnliche Effekte: Die Zahl regulatorischer T-Zellen stieg, während entzündungsfördernde Th2-Zellen abnahmen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bauernhofstaub-Extrakte ein vielversprechendes Potenzial für die Asthmabehandlung besitzen. Allerdings sind weitere Untersuchungen notwendig, um die aktiven Wirkstoffe zu identifizieren und die Sicherheit für den klinischen Einsatz zu bestätigen.
Quelle:Korkmaz, R.Ü. et al.: The Therapeutic Potential of Farm Dust Extracts in a Mouse Model of Eosinophilic Inflammation. Allergy 2025.
Quelle: allergieinformationsdienst.de | Helmholtz Munich
Titelbild/Grafik: Helmholtz Zentrum München | Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
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